Körperschaftsteuer einfach erklärt

Veröffentlicht: 1. März 2026 | Kategorie: GmbH

Zusammenfassung: Körperschaftsteuer ist die wichtigste Steuer für GmbHs. Verstehen Sie die Grundlagen und Optimierungsmöglichkeiten.

Körperschaftsteuer: Die Besteuerung von Kapitalgesellschaften

Körperschaftsteuer ist die Einkommensteuer für GmbHs, AGs und andere juristische Personen. Der Satz ist einheitlich: 30% (seit 2008). Dazu kommt Gewerbesteuer (durchschnittlich 14%) und Solidaritätszuschlag (5,5%). Das macht eine Gesamtbelastung von ca. 30–35% für laufende Gewinne.

Die Körperschaftsteuer-Quote 2026: Senkung zu erwarten

Der aktuelle Gesetzentwurf sieht eine Absenkung vor: Ab 2028 auf zunächst 28%, später 25%. Das eröffnet neue Gestaltungsspielräume für Gewinne in der GmbH. Mit Gewerbesteuer und SolZ liegt die Gesamtbelastung dann bei ca. 25–28%. Das ist immer noch höher als Einkommensteuer (bis 42%), aber der Abstand wird kleiner. Für Ihre Planung: Entscheidungen 2025/2026 sollten beide Szenarien durchrechnen.

Gewerbesteuer-Hebesätze: Das lokale Zahlwerk

Während Körperschaftsteuer einheitlich 30% ist, variiert Gewerbesteuer nach Stadt/Gemeinde massiv: Berlin 10%, München 13%, Baden-Baden 8%, Wuppertal 16%. Für Unternehmen mit hohen Gewinnen ist der Sitz manchmal ein relevanter Steuerfaktor. Allerdings: Der Umzug muss wirtschaftlich sinnvoll sein — Finanzbehörden prüfen auf Gestaltungsmissbrauch.

Verlustverrechnungsbeschränkung: §4h und §4hh EStG greift

Seit 2020 gibt es Grenzen für Zinsabzug. Die Zinsschranke besagt: Nettozinsaufwendungen >3 Mio. EUR/Jahr ODER >30% des Betriebsergebnisses können nicht vollständig abgezogen werden. Das trifft vor allem hochverschuldete GmbHs. Allerdings: Konzern-Escape-Klauseln und Solo-Entität-Ausnahmen gelten. Die genaue Anwendung ist komplex — ein Steuerberater ist hier essenziell.

Thesaurierung vs. Ausschüttung: Die rechnerische Entscheidung

Thesaurierte Gewinne (reinvestiert, nicht ausgeschüttet) unterliegen einer zusätzlichen Steuer nach § 34a EStG (ca. 26,375%). Das ist zwar teuer, aber oft billiger als Ausschüttung + private Einkommensteuer. Beispiel: 100.000 EUR Gewinn — Thesaurierung mit 26,375% = 26.375 EUR Steuern. Ausschüttung + ESt auf 42% Marginalsteuersatz = 42.000 EUR. Sparnis: 15.625 EUR pro Jahr.

Vorauszahlungen und Nachzahlungen: Die Liquiditätsplanung

GmbHs zahlen Körperschaftsteuer vierteljährlich. Die Höhe basiert auf der Steuerschuld des Vorjahres. Im Gründungsjahr ist die erste Zahlung oft minimal. Aber: Wenn Ihr Gewinn schnell wächst, drohen hohe Nachzahlungen am Jahresende. Mit einer angepassten Vorausschau können Sie diese minimieren — ein Antrag beim Finanzamt auf Reduzierung ist möglich.

FAQ

Sind Steuersparungen automatisch verdächtig?

Nein. Legale Planung ist erlaubt — solange sie wirtschaftlichen Sinn hat. Nur "künstliche" Gestaltungen ohne echten Zweck sind verdächtig.

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