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GmbH & Holding

GmbH-Gewinne thesaurieren: Steuerlast, Rechnung & Holding-Hebel (2026)

Wer Gewinne in der GmbH belässt statt auszuschütten, zahlt rund 30 % statt rund 48 % Steuern. Der stärkste Hebel ist die Holding: Ausschüttungen an eine Holding-GmbH sind nach § 8b KStG zu ~95 % steuerfrei.

7 Min.Lesezeit
2. August 2026letzte Aktualisierung
Belegtmit Primärquellen (KStG, EStG, GewStG)
Kurzantwort

GmbH-Gewinne thesaurieren — die Antwort in Kürze.

Thesaurierte (einbehaltene) GmbH-Gewinne werden mit rund 30 % besteuert — Körperschaftsteuer 15 % (§ 23 KStG) + Solidaritätszuschlag 5,5 % darauf + Gewerbesteuer (Messzahl 3,5 % × Hebesatz, § 11 GewStG). Wer den Gewinn im Unternehmen lässt und reinvestiert, zahlt also einmalig ~30 %. Erst bei Ausschüttung an eine Privatperson kommen weitere 25 % Abgeltungsteuer (§ 32d EStG) obendrauf — die Gesamtlast steigt dann auf ~48 %. Der stärkste Hebel: eine Holding. Schüttet die operative GmbH an eine Holding-GmbH aus, sind die Dividenden zu ~95 % steuerfrei (§ 8b KStG) — das Kapital steht fast ungeschmälert zur Reinvestition (z. B. in Immobilien) bereit.

Faustzahl: Thesaurieren ≈ 30 % · Ausschütten an privat ≈ 48 % · Ausschütten an Holding ≈ 1,5 % effektiv.

Was heißt „thesaurieren"?

Thesaurieren = den Jahresgewinn nicht ausschütten, sondern in der GmbH belassen (Gewinnvortrag/Rücklage). Vorteil: nur die ~30 % Körperschafts-/Gewerbesteuerebene fällt an, die private Abgeltungsteuer wird aufgeschoben — das freigehaltene Kapital arbeitet weiter.

Wie hoch ist die Steuer auf thesaurierte GmbH-Gewinne genau?

Auf Ebene der GmbH:

  • Körperschaftsteuer 15 % des zu versteuernden Einkommens — § 23 Abs. 1 KStG. (Neu: Der Satz sinkt ab VZ 2028 stufenweise — 14 % (2028), 13 % (2029), 12 % (2030), 11 % (2031), 10 % ab 2032.)
  • Solidaritätszuschlag 5,5 % auf die Körperschaftsteuer (≈ 0,8 %-Punkte).
  • Gewerbesteuer: Steuermessbetrag = 3,5 % × Gewerbeertrag (§ 11 Abs. 2 GewStG), multipliziert mit dem Hebesatz der Gemeinde. Beispiel Hebesatz 400 % → ~14 % Gewerbesteuer.

Summe ≈ 29,8 % (variiert v. a. mit dem kommunalen Hebesatz).

Thesaurieren vs. Ausschütten — die Rechnung

Was kostet die Ausschüttung an eine Privatperson zusätzlich?

Bei Ausschüttung an einen privaten Gesellschafter fällt auf den ausgeschütteten Betrag 25 % Abgeltungsteuer an (§ 32d Abs. 1 Satz 1 EStG) + Soli (+ ggf. Kirchensteuer). Kombiniert mit der Vorbelastung auf GmbH-Ebene liegt die Gesamtsteuerlast bei ~48 %.

Statistik/Beispiel

Von 100 € Gewinn bleiben nach Thesaurierung ~70 € im Unternehmen; nach voller Ausschüttung an privat nur ~52 €.

Der Holding-Hebel (§ 8b KStG)

Warum ist eine Holding bei der Thesaurierung so stark?

Schüttet die operative GmbH an eine Holding-GmbH aus, bleiben die Dividenden nach § 8b Abs. 1 KStG außer Ansatz; nach § 8b Abs. 5 KStG gelten pauschal 5 % als nicht abziehbare Betriebsausgaben. Effektiv sind also ~95 % steuerfrei — die effektive Steuer auf die Dividende liegt bei nur ~1,5 % (5 % × ~30 %).

  • Bedingung: mindestens 10 % Beteiligung zu Beginn des Kalenderjahres (§ 8b Abs. 4 KStG).
  • Nutzen: Das nahezu ungeschmälerte Kapital kann aus der Holding heraus reinvestiert werden (weitere Beteiligungen, Immobilien) — die private Abgeltungsteuer fällt erst an, wenn irgendwann an die Privatperson ausgeschüttet wird.
Einschränkungen / offene Punkte
  • Effektivsätze hängen vom Gewerbesteuer-Hebesatz der Gemeinde ab (Spanne grob 7–17 %).
  • Der KSt-Satz sinkt ab 2028 — langfristige Planungen sollten die Stufen berücksichtigen.
  • Holding-Vorteil setzt die 10 %-Mindestbeteiligung und saubere Struktur voraus; § 8b Abs. 5 lässt 5 % steuerpflichtig.
  • Thesaurierung ist kein Selbstzweck: Braucht der Gesellschafter das Geld privat, verschiebt sich die 25 %-Ebene nur, sie entfällt nicht.
FAQ

Häufige Fragen zur Thesaurierung von GmbH-Gewinnen.

Was heißt „thesaurieren"?

Den Jahresgewinn nicht ausschütten, sondern in der GmbH belassen (Gewinnvortrag/Rücklage). Es fällt nur die ~30 %-Ebene aus Körperschaft- und Gewerbesteuer an; die private Abgeltungsteuer wird aufgeschoben.

Wie hoch ist die Steuer auf thesaurierte GmbH-Gewinne genau?

15 % Körperschaftsteuer (§ 23 Abs. 1 KStG) + 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf + Gewerbesteuer (3,5 % Steuermesszahl × kommunaler Hebesatz, § 11 Abs. 2 GewStG). Summe ≈ 29,8 %, variiert mit dem Hebesatz.

Was kostet die Ausschüttung an eine Privatperson zusätzlich?

Auf den ausgeschütteten Betrag fallen 25 % Abgeltungsteuer an (§ 32d Abs. 1 Satz 1 EStG) plus Solidaritätszuschlag. Kombiniert mit der Vorbelastung auf GmbH-Ebene liegt die Gesamtsteuerlast bei ~48 %.

Warum ist eine Holding bei der Thesaurierung so stark?

Dividenden an eine Holding-GmbH sind nach § 8b KStG zu ~95 % steuerfrei; effektiv fallen nur ~1,5 % Steuer auf die Dividende an. Bedingung: mindestens 10 % Beteiligung zu Beginn des Kalenderjahres (§ 8b Abs. 4 KStG).

Quellen

Primärquellen (Stand 2026-08).

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Haftungshinweis: Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine individuelle steuerliche Beratung im Sinne des StBerG. Konkrete Gestaltungen (Holding-Aufbau, Thesaurierungsstrategie) müssen mit einem zugelassenen Steuerberater geprüft werden. Zahlen sind Näherungswerte und hängen u. a. vom kommunalen Gewerbesteuer-Hebesatz ab.